Die Anstrengung der letzten Tage, die vielen auswendig gelernten Zeilen füllen noch meinen Kopf, gerinnen langsam zu einem zähen Brei, meine eigenen Gedanken unter sich erstickend...
Meine Träume haben mich nicht ruhen lassen. Selbst im Schlaf konnte mein Geist sich keine Pause gönnen, kreierte wirre Fachwörter und wob nicht existierende Querverbindungen.
Wie oft bin ich erwacht und habe mir ein bisschen Ruhe gewünscht nach einer zweistündigen Anzahl an Streberstunden eine kleine Pause, aber es ließ mich nicht los, und weiter gingen sie, diese anstrengenden Traumgedankenrasereien.
Aber jetzt, schön langsam kommt sie, die Leere. Zwei Tage später als sonst.
Da ich keine eigenen Worte mehr finden kann, bediene ich mich fremder, die mir gerade aus der Seele sprechen:
Seid gegrüßt, ihr zufluchtsvolle Schatten,
Ihr Fluren, die ihr einsam um mich ruht;
Du stiller Mond, du hörst, nicht wie Verleumder lauren,
Mein Herz, entzückt von deinem Perlenglanz.
Aus der Welt, wo tolle Toren spotten,
Um leere Schattenbilder sich bemühn,
Flieht der zu euch, der nicht das schimmernde Getümmel
Der eitlen Welt, nein! nur die Tugend liebt.
Nur bei dir empfindt auch hier die Seele,
Wie göttlich sie dereinst wird sein,
Die Freude, deren falschem Schein so viel Altäre,
So viele Opfer hier gewidmet sind.
(Auszug aus "Die Nacht" von Hölderlin)
Bisher keine Kommentare/Trackbacks für diesen Eintrag...