Was meint man genau, wenn man von einer verborgenen Botschaft der Seele in Bezug auf die eigene Krankheit spricht? Lass mich dies hier anhand des ersten Beispiels kurz andeuten:
Bei unseren Augen handelt es sich um das Sinnesorgan, mit dem wir die Welt wahrnehmen, mit dem wir die Welt sehen. Sollten hier Funktionsstörungen vorliegen, wäre die Frage angebracht, was wir nicht sehen wollen, was wir nicht so sehen wollen, wie es tatsächlich ist. Oder was nervt uns derart, dass wir es nicht mehr sehen möchten? Der Spruch "Die Liebe macht blind" und eine gewisse Blauäugigkeit deuten ebenfalls in diese Richtung. Wir sehen die Dinge nicht klar, nicht scharf, nicht so, wie sie tatsächlich sind, der Blick ist vernebelt, und die Brille wird als Krücke verwendet, um die eigene verkorkste Sichtweise, die nicht die Realität sehen will, zu überbrücken. Daher wäre die Frage berechtigt, und fehlt es ihm an Weitblick? Hat er vielleicht auch oft die Redewendung verwendet, dass er etwa nicht mehr sehen kann? Hat er sich hier programmiert oder nur die Wahrheit ausgesprochen, nämlich, dass er in einem sich zurechtgeschusterten Weltbild exisitert und die Realität verdrängt und nicht sehen oder ansehen will?
Dass eine schlechte Sicht nichts mit schlechten oder kranken Augen zu tun hat, möcht ich anhand eines sehr eindruckvollen Beispiels erläutern. Ein bekannter deutscher Hypnotherapeut hatte in einem Seminar einen starken Brillenträger in seine Kindheit zurückgeführt. Der Mann hatte sich auf eine Liege gelegt, seine Brille abgelegt und seine Augen geschlossen. Der Hypnotiseur ging nun mit eihm in dessen zehntes Lebensjahr zurück, in dem er, wie er dem Therapeuten zuvor berichtet hatte, noch keine Brille gebraucht hatte. Der Mann veränderte seine Wortwahl und sprach plötzlich wie ein zehnjähriger Bub, berichtete von den Umständen in der Familie, von der lustigen Tapete im Schlafzimmer und anderes. Dann gab der Therapeut dem Patienten ein Buch in die Hand und bat ihn, daraus vorzulesen. Dieser, immer noch unter Hypnose, begann nun - wohlgemerkt ohne Brille -, fehlerfrei aus dem Buch vorzulesen, eben so wie als Zehnjähriger, als er noch keine Brille besass. Das Publikum hatte dies mit Faszination miterlebt. Nachdem er die Passage zu Ende gelesen hatte, holte der Hypnotiseur den Mann wieder in die Jetztzeit zurück, liess ihn aufstehen und bat ihn dann, die gleiche Passage noch einmal vorzulesen. Doch dieser sagt, dass er nicht erkennen könne und zuerst seine Brille brauche, da seine Augen so schlecht seien.
Die Zuschauer waren überrascht. Soeben hatten sie bewiesen bekommen, dass die schlecht Sicht des Mannes nicht an seinen Augen lage, denn er hatte ja soeben damit vorgelesen, sondern dass es mit seiner "Sicht-Weise" zu tun hatte. Es liegt an seinen Ansichten, an seiner Art, wie er die Welt sieht, wie er sich selbst in der Welt sieht, wie er bewertet, als gut und schlecht be- und verurteilt. Mit dem offenen, unverdorbenen und uneingeschränkten Herzen und der Sichtweise eines Zähnjährigen konnte er die Zeilen lesen, obwohl es die gleichen Augen waren. Doch der alte Mann, mit dem durch viele Ereignisse, Konflikte und Enttäuschungen geprägten und daher auch eingeschränkten Weltbild, konnte es nicht.
Es geht also um denjenigen, der durch die Augen schaut - die Seele; der unsterbliche, geistige Aspekt von ihm; derjenige, der den Körper bewohnt.
Denken wir darüber nach!
[...in der Fortsetzung geht es dann weiter...]







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